Bildungsreise zur Bürgerenergiegenossenschaft Rehfelde-EigenEnergie
Im Rahmen der MachMaWatt-Kampagne hat das Team gemeinsam mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Bürgerenergie Oberspreewald-Lausitz die Bürgerenergiegenossenschaft Rehfelde-EigenEnergie besucht. Höhepunkt der Exkursion war die Einladung von Holger Fleischmann und Reiner Donath in das Innere einer Windkraftanlage, verbunden mit einem fachlichen Austausch über die praktische Umsetzung gemeinschaftlicher Energieprojekte.
Die Rehfelde-EigenEnergie eG zeigt eindrucksvoll, wie Bürgerenergie vor Ort wirken kann. Aus einem Arbeitskreis heraus entstanden, gründeten 126 Mitglieder im November 2012 die Genossenschaft. Bereits 2013 folgte die Eintragung als eG. Seitdem wurden unter anderem eine Solaranlage auf dem Turnhallendach, eine zweite Photovoltaikanlage am Kindergarten und 2017 zwei Windenergieanlagen vom Typ Nordex N117 mit je 2,4 MW realisiert.
Bürgerenergie als Erfolgsmodell
Bürgerenergie verbindet Klimaschutz, regionale Wertschöpfung und demokratische Teilhabe. Das Beispiel Rehfelde macht deutlich, dass genossenschaftlich getragene Projekte nicht nur technische Anlagen errichten, sondern auch Vertrauen, Identifikation und langfristige Beteiligung in der Region schaffen.
Besonders bemerkenswert ist die stetig gewachsene Mitgliederbasis der Genossenschaft: Aus anfänglich 126 Mitgliedern wurde eine Gemeinschaft von inzwischen über 220 Personen, die sich finanziell, ehrenamtlich und ideell einbringen. Damit zeigt sich, dass Bürgerenergie mehr ist als Stromproduktion. Sie ist eine Form gemeinschaftlicher Selbstorganisation mit konkretem regionalen Nutzen.
Impulse aus Praxis und Forschung
Die Bildungsreise wurde durch mehrere fachliche Beiträge ergänzt. Nicole Kukuk brachte die Perspektive der regionalen Verwaltung ein und ordnete die Bedeutung lokaler Energie- und Beteiligungsprozesse ein. Janina Messerschmidt stellte die Bürgerenergie aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive vor. Sie ist in der Bürgerenergie Brandenburg vernetzt und beschäftigt sich mit der Frage, was Energiegenossenschaften stark macht. Damit setzte ihr Vortrag einen Schwerpunkt auf die Verbindung von Theorie, Praxis und Organisationsentwicklung. Holger Fleischmann ergänzte den fachlichen Teil aus Sicht der Genossenschaft Rehfelde-EigenEnergie. Als Vorstandsvorsitzender betinte er in der Außendarstellung der Genossenschaft den Stellenwert von Umweltverantwortung, erneuerbaren Energien und praktischer Umwetzung vor Ort.
Referent:innen und Funktionen
Holger Fleischmann ist Vorstandsvorsitzender der Rehfelder-EigenEnergie eG und bringt als Projektleiter aus Berlin/Rehfelde seine Erfahrung in die Genossenschaft ein.
Reiner Donath ist Vorsitzender des Aufsichtsrats, Mitbegründer der Genossenschaft und langjährig kommunal engagiert. Seine Rolle steht für die enge Verbindung von Ehrenamt, kommunaler Verantwortung und regionaler Energiewende.
Nicole Kukuk ist Sachbearbeiterin in der Bauleitplanung und Bauordnung im Amt Märkische Schweiz mit Sitz im Rathaus aus Buckow. Damit ist sie ein wichtiges Bindeglied zu kommunaler Praxis.
Janina Messerschmidt arbeitet an der Schnittstelle von Forschung, Beratung und Bürgerenergie und ist damit eine wichtige Stimme für die Weiterentwicklung genossenschaftlicher Energiekonzepte.
Bedeutung für die Region
Die Reise hat gezeigt, dass Bürgerenergiegenossenschaften ein zentraler Baustein der regionalen Energiewende sind. Sie ermöglichen lokale Erzeugung von Strom und Wärme, stärken die Unabhängigkeit von überregionalen Versorgern und schaffen zugleich Spielräume für Beteiligung und Akzeptanz.
Gerade für Regionen im Strukturwandel ist dieses Modell anschlussfähig, weil es ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Teilhabe verbindet. Rehfelde-EigenEnergie macht sichtbar, wie aus bürgerschaftlichem Engagement, technischer Kompetenz und politischem Willen ein belastbares Energiesystem entstehen kann.